Neuigkeiten & Aktivitäten

WETSCAPES2.0 zahlreich auf der EGU 2026

07.05.2026 – Die General Assembly der European Geosciences Union (EGU) in Wien hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten internationalen Treffpunkte für die Moorforschung entwickelt. Mit einer wachsenden Zahl moorbezogener Sessions bot die Konferenz unseren Forschenden vielfältige Möglichkeiten zum Austausch innerhalb der Moor-Community und mit Forschenden anderer geowissenschaftlicher Disziplinen. 

Das WETSCAPES2.0-Team beteiligte sich mit vielfältigen Beiträgen zur Ökohydrologie wiedervernässter Moore, Klima-Rückkopplungen, Treibhausgasdynamiken sowie zum Monitoring und zur Restaurierung von Mooren.

Die Vorfreude auf die EGU 2027 ist bereits groß: Dann sollen erste Ergebnisse aus WETSCAPES2.0 präsentiert werden – unter anderem in der Session „Paludiculture, Peatland Restoration and Peatland Management“, die von Franziska Tanneberger mitorganisiert wird, sowie in weiteren Fachsessions.

Linked-In Beitrag

Klassenzimmer im Moor: Citizen Science-Projekt CiFly im Anklamer Stadtbruch

05.05.2026 – Moore als Forschungsgegenstand im Klassenzimmer und im Gelände! Im Citizen-Science-Projekt CiFly setzten sich Schüler des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums Greifswald gemeinsam mit Forschenden mit Fragen der Biodiversität und des Vorkommens antimikrobiell resistenter Bakterien auseinander. WETSCAPES2.0 begleitete den diesjährigen Schwerpunkt des CiFly-Projekts zu Mooren, u.a. durch Unterrichtsbeiträge von Prof. Dr. Gerald Jurasinski und die fachliche Koordination durch Dr. Kristin Steinfurth. Während eines Exkursionstages nahmen die Schüler systematisch eDNA-Abstriche auf wiedervernässten, entwässerten und paludikulturell genutzten Moorflächen im Polder Bargischow und dem Anklamer Stadtbruch, welcher eine Kern-Forschungsfläche in WETSCAPES2.0 ist.

Durch die Einbindung von Schüler*innen trägt dieses Projekt dazu bei, wissenschaftliche Erkenntnisse über Moore in die Gesellschaft zu vermitteln und junge Menschen für Forschung, Klima- und Naturschutz zu begeistern. Gleichzeitig eröffnet es den Teilnehmenden die Möglichkeit, wissenschaftliche Methoden kennenzulernen und eigene Forschungsfragen zu entwickeln.

Mehr lesen: Die vollständige Pressemitteilung des Helmholtz-Instituts für One Health finden Sie hier.

3000 Jahre in die Vergangenheit bohren: Exkursion im Polder Sandhagen

23.04.2026 – Gemeinsam mit dem Projekt Paludi-MV begrüßten wir rund 20 Teilnehmende aus Landwirtschaft, Verwaltung, Umweltverbänden und der lokalen Bevölkerung zu einer Exkursion in den Polder Sandhagen. Das Gebiet ist derzeit ein entwässertes und stark degradiertes Moor. In den kommenden Jahren soll es schrittweise wiedervernässt und durch Paludikultur – die produktive Nutzung nasser Moore – bewirtschaftet werden.

Prof. Dr. Jürgen Kreyling (Universität Greifswald) und Dr. Ines Standfuß (Universität Rostock) stellten die Forschung am Standort vor und führten die Teilnehmenden zu verschiedenen Messstationen. Seit Beginn des Jahres werden dort Daten zu Wasserständen, Bodenfeuchte, mikroklimatischen Bedingungen und Treibhausgasemissionen erhoben. Die Messungen sollen dazu beitragen, die Veränderungen während der Wiedervernässung besser zu verstehen und so Erkenntnisse für zukünftige Projekte zu gewinnen.

Ein besonderer Programmpunkt war die Entnahme eines rund zwei Meter langen Torfkerns. Schicht für Schicht legte er fast 3.000 Jahre Moorgeschichte offen. Im Torf erhaltene Pflanzenreste ermöglichten Einblicke in die frühere Vegetation, während die unterschiedlichen Schichten zeigten, wie sich das Gebiet im Laufe der Zeit verändert hat und welche Auswirkungen die Entwässerung auf das Moor hatte.

Ebenso wertvoll wie die Feldvorführungen waren die Gespräche vor Ort. Die Teilnehmenden teilten eigene Erfahrungen und Erinnerungen an den Polder und brachten damit lokales Wissen und historische Perspektiven in den wissenschaftlichen Austausch ein. Ein Landwirt berichtete beispielsweise, dass die Flächen vor Jahrzehnten per Flugzeug gedüngt wurden – ein Detail, das möglicherweise dabei helfen wird, die Geschichte und die Messdaten des Standorts besser einzuordnen.

Auch wenn das Monitoringprogramm noch am Anfang steht und belastbare Ergebnisse Zeit benötigen werden, zeigte das Interesse und der lebhafte Austausch bereits, wie wertvoll der Dialog zwischen Forschung und Praxis ist. Der Anlass für eine weitere Exkursion steht also bereits fest.

Moore zum Anfassen und Anhören bei der Langen Nacht des Wissens Rostock

23.04.2026 – Warum sind Moore so wichtig für den Klimaschutz? Was können sie uns über die Vergangenheit erzählen und warum sollten sie wiedervernässt werden? Diesen Fragen gingen Besucher*innen bei der Langen Nacht des Wissens in Rostock gemeinsam mit Forschenden von WETSCAPES2.0 nach.

An unserem Stand konnten Interessierte Torf und Moorpflanzen erkunden und mehr über die Entstehung und Entwicklung von Mooren erfahren. Besonders gut kam ein Torfkern an, der mit kleinen Markierungen historische Ereignisse entlang seiner Entstehungsgeschichte sichtbar machte.

Ergänzt wurde das Programm durch Vorträge von Dr. Anke Günther zum Thema „Das Aussterben der Irrlichter“, die einen spannenden Bogen zwischen Volksglauben, Naturwissenschaft und Umweltveränderungen spannten. Danke an die Besuchenden für die interesierten Fragen und Gespräche!

Instagram-Beitrag

Start der Feldsaison in WETSCAPES2.0

03.04.2026 – Nach dem Ende der frostigen Winterperiode wurden in den vergangenen Wochen auf mehreren Kernflächen und Landschaftslevel-Experimenten Messstationen und Versuchseinrichtungen aufgebaut. In den Karrendorfer Wiesen, bei Tribsees und im Polder Sandhagen installierten Forschungsteams Sensoren und umfassende Messtechnik, um künftig u.a. Veränderungen von Wasserständen, Bodenbedingungen und mikroklimatischen Faktoren erfassen zu können.

Neben wissenschaftlicher Präzision war beim Aufbau auch praktische Unterstützung gefragt: Beim Errichten von Zaunpfählen erhielten die Forschenden tatkräftige Hilfe von zwei neuen „Teammitgliedern“ – den Rammen BetramM und RamMona, die einen wichtigen Beitrag zum erfolgreichen Start der Feldsaison leisteten.

Beitrag von Dr. Anke Günther (BlueSky)

Ein Jahr WETSCAPES2.0: Zweites Konsortiumstreffen stellt die Weichen

12.03.2026 – Ein Jahr nach dem Start kommt das WETSCAPES2.0-Konsortium erneut zusammen. Im Fokus des dreitägigen Treffens: Austausch zwischen den Teilprojekten zu Forschungsansätzen, Datenstrukturen, gemeinsamen Publikationen und weiteren zentralen Arbeitsbereichen.

In World-Café-Sessions schärfen die Teilnehmenden Anforderungen und Pläne für die Forschungsflächen und -methoden: von Screening- und Kernflächen über Mesokosmen bis zu Modellierungsansätzen. Workshops zu Forschungsdatenmanagement und digitalen Feldmethoden (QField), ein Medientraining sowie Einblicke vor Ort in die Kernfläche Tribsees treiben die Zusammenarbeit voran und setzen die Impulse der nächsten Jahre.

WETSCAPES2.0-Forscher ins Landsat Science Team berufen

19.02.2026 – Prof. Dr. Sebastian van der Linden, Projektleiter der Teilprojekte C4 und S3 in WETSCAPES2.0, wird in das internationale Landsat Science Team von NASA und US Geological Survey berufen. Das Gremium begleitet die Weiterentwicklung eines der weltweit wichtigsten Programme zur satellitengestützten Erdbeobachtung.

In WETSCAPES2.0 nutzt er Fernerkundungsdaten, um Veränderungen von Mooren und Landnutzung räumlich und zeitlich zu erfassen. Diese Daten ermöglichen es, Prozesse der Wiedervernässung über einzelne Standorte hinaus auf Landschaftsebene zu analysieren und in größere Zusammenhänge einzuordnen.

Mitteilung NASA | Pressemitteilung der Universität Greifswald

Podcastbeiträge zu Mooren und Klimaschutz

04.02.2026 – In aktuellen Podcastbeiträgen des Wuppertal Instituts sowie von ARD Audiothek sprechen Dr. John Couwenberg und Dr. Franziska Tanneberger nach der Veröffentlichung zu europäischen Moor-Emissionshotspots über die Rolle von Mooren im Klimaschutz und die Herausforderungen ihrer Wiedervernässung.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Bedeutung entwässerter Moore als Treibhausgasquelle sowie die Potenziale von Wiedervernässung als wirksame Klimaschutzmaßnahme. Die Beiträge ordnen die neuen Forschungsergebnisse ein und machen deutlich, welche Rolle wissenschaftliche Daten für politische und gesellschaftliche Entscheidungen spielen.

Zu den Podcasts:

ARD Klima Update |  Zukunftswissen.fm